Mal wieder eine Planänderung! Franz. Polynesien Juli-Sept. 2016
Veröffentlicht auf 3. Oktober 2016
Auf dem Weg nach Westen rund 2000 Seemeilen nach Fidschi werden wir viele neue Inseln und Kulturen kennen lernen. Packen wir es an!
Ja, mit diesem Satz hörte unser letzter Bericht auf und wir haben uns auch bis ins Detail darauf vorbereitet. nuwam2 wurde kontrolliert, ob auch technisch alles in Ordnung ist. Die letzten Einkäufe wurden getätigt. Die von den Behörden in Fidschi verlangten und von uns ausgefüllten Formulare wurden per e-mail verschickt. Der Hafenplatz in Fidschi war gesichert und …. wir haben „ausklariert“! Der Start stand bevor, nur wir waren noch nicht soweit. Das wurde uns nach 2 Tagen nochmals gründlich nachdenken klar. Wir haben Zeit, hier ist es wunderschön, die Leute liebenswert, die Buchten ein Traum. Warum den in die Ferne schweifen…… Gedacht, getan! Und so gingen wir auf die Gendarmerie und klarierten wieder ein.
Französisch Polynesien- wir bleiben noch ein Weilchen!
Bis jetzt haben wir die Wahl nicht bereut. Treffen auf neue und alte Bekannte. Katamaran Casa Bianca ist auch wieder da. Mit Kurt und Brigitte aus der Schweiz verleben wir ein paar schöne Tage in Bora Bora. Lange Strandspaziergänge, schnocheln oder auch nur faul im Wasser rum liegen gehören genauso dazu wie der legendäre Drink im Bloody Mary.
Fischer kommen mit ihrem Fang zurück. Grosses Hundetreffen am Strand! Kleiner Plausch mit Fischersfrau
Schwarzspitzenhaie, immer wieder ein "gruselig schönes" Erlebniss! Leider setzt auch hier an manchen Orten die Korallenbleiche ein.
Zeigt her eure Füsschen. Ein Besuch im Bloody Mary darf nicht fehlen. Im Doppelpack an der Boje vorm B.M.
Mit gutem Wind und blauen Himmel sind wir zurück nach Raiatea gesegelt. Diesmal wurde der Pass Toamaro ganz im Süden angefahren. Wieder etwas Neues entdeckt- hier gibt es 3 kostenlose Bojen zum Anlegen und ein kleines Familien Hotel „Fare Vai Nui“ mit exzellenter Küche, freies Wifi und Anlegesteg fürs Dingy- genau das richtige für uns!
Bald zieht es uns aber wieder in andere Buchten. Unter Spi segeln wir nach Bora Bora, bleiben einige Tag und warten auf ein gutes Wetterfenster und weiter geht’s auf unsere Lieblingsinsel Maupiti. Das Traumrevier für Kiter und sofort beginnt das Training. Hier versammeln sich die Profis und geben gerne Tipps und Tricks weiter. Robert freundet sich mit Yannick, einem jungen Kiter, an und ab jetzt werden wir aufs Beste mit Früchten, frischen grünen Kokosnüssen und dem Herzen der Kokosnusspalme versorgt. Dieses Herz ist ein Gaumenschmaus und kann in den verschiedensten Variationen genossen werden. Als Salat, gekocht in Kokosmilch oder in Olivenöl mit Knoblauch eingelegt, als Apèrohäppchen.
Das Herz der Kokosnusspalme ein Genuss. Aber die Vorbereitung ist eine Schweiss treibende Angelegenheit.
Die verbleibende Zeit vertreiben wir uns die verschiedenen Motus zu entdecken. Heidi lässt sich von den einheimischen Frauen in die professionelle Muschelsuche einweihen und Robert versucht sich an einem neuen Hobby „dem Va’a“, den national Sport von Polynesien, aber es ist nicht so leicht wie es aussieht.
Die Muschelsammlung wächst. Ein neues "Haustier" hat sich auch eingeschlichen- ein kleiner Einsiedlerkrebs.
Das Ankerfeld ist voll. 21 Boote liegen vor dem Dorf und warten auf gutes Wetter zum Weiterfahren nach Westen. Viele wollen nach Neuseeland oder Australien. Die Wartezeit wird mit Apèros auf den einzelnen Booten vertrieben.
Eine schöne Überraschung erwartete uns, als wir vom Spaziergang zurückkamen. Mark und Elisabeth vom Katamaran „Love Sail“ haben uns ein kleines Päckchen ins Cockpit gelegt- das macht doch Spass. Aber der Spass ist uns schnell vergangen, denn als wir unsere Tür aufschliessen wollten, ging es nicht mehr. Irgendwas ist im Schloss kaputt gegangen und so standen wir dumm draussen. Wie sollten wir da reinkommen ohne wirklich grossen Schaden an Tür und Fenster anzurichten? Natürlich wie Daulnes so sind, ordentlich und gründlich, war alles absolut verschlossen und verriegelt, kein anderer Weg führte ins Innere. Aber zum Glück gibt es ja den guten Nachbarn von Nebenan, der uns gerne tatkräftig mit seinem Werkzeug unterstützte- vielen Dank an den Katamaran Outremer „MOBY“. Eine Familie mit 3 Kindern, die im Februar 2016 in Frankreich gestartet sind und jetzt noch weiter bis Neuseeland wollen. Hut ab, wir haben dafür 7 Jahre gebraucht und sind noch hier.
Aber auch im Paradies scheint nicht immer nur die Sonne. Ein Fischer ist mit seinem 16 jährigen Sohn zum Fischen rausgefahren und musste leider alleine wieder zurückkommen. Der Sohn ist mit Schnorchel und Harpune bewaffnet auf Jagd gegangen und nicht wieder aufgetaucht. Der Rettungsdienst wurde sofort benachrichtigt und 2 Tage suchte der Helikopter das ganze Gebiet ab. Auch alle Insulaner, die ein Boot besitzen beteiligten sich an der Suche. Die Frauen und Kinder warteten in langen Stunden im Hafen auf gute Nachricht. Aber das Schicksal meinte es diesmal nicht gut mit den Eltern und Geschwistern, auch nach tagelanger Suche wurde der Sohn nicht gefunden. Ein Dorf liegt in Trauer und die Kirchenglocken läuten jeden Abend.
Robert hat eine Zerrung in der linken Schulter und die Schmerzen werden immer stärker. Also entschliessen wir uns wieder zurück nach Raiatea zu fahren und dort den Arzt zu konsultieren. Auf der èberfahrt haben wir das Glück mal wieder Wale zu sehen, Eimal bei der Ausfahrt von Maupiti und einmal bei der Einfahrt vor Raiatea.
Wir liegen gemütlich an der Boje vor CNI (unserem Winterstützpunkt) und beobachten eine Segelyacht, die immer engere Kreise um uns zieht und recht nahe kommt. Heidi ist schon versucht mal rüber zurufen was da denn Sache ist, als das Boot abdreht. Na gut, haben doch gemerkt, dass hier kein Platz mehr zum ankern ist und man kann sich in Ruhe wieder seinem Buch zuwenden. Keine 2 Minuten später erschüttert ein enormes Krachen die nuwam2 und was sieht das erstaunte Auge, die Yacht die uns schon einmal umkreist hat, hat doch tatsächlich vorne unsere Steuerbord Kufe gerammt. Was soll man da noch dazu sagen? Zum Glück ist kein grosser Schaden entstanden und man einigt sich, dass der Unfallverursacher den Schaden professionell beheben lässt und bezahlt.
Ja, so ist immer was los, viele schönes Erlebnisse und auch mal weniger schön, wie im richtigen Leben!
