Bootssuche
Veröffentlicht auf 29. März 2009
Das richtige Schiff zu finden ist schlimmer als ein Haus zu bauen. Und ich weiß wovon ich rede-
denn ich habe beides hautnah erlebt.
Aber bleiben wir bei der Bootssuche. Also zuerst mal sämtliche Fachzeitschriften, Internetseiten, Gehörtes und irgendwo Gesehenes wurde genau unter die Lupe genommen und in alle Einzelheiten zerlegt.
Material, Bootsbauer, Länge und sowieso die Größe, Ruderanlage, Anker, Segel, großer Wert wurde vor Allem auf das Gewicht gelegt. Denn ein Katamaran darf, wie man weiß, nicht zu schwer sein, da er sonst noch schlechter zu segeln ist als auch schon. Heftige Debatten entstanden zwischen Skipper (Robert) und Smootje (Heidi). Denn, wie es immer so ist, gehen hier die Meinungen zwischen Mann und Frau noch mehr auseinander. Robert sieht natürlich die Segeleigenschaften und ich auch die Wohneigenschaften. Wir sind dann nicht nur für ein paar Wochen, sondern für ein paar Jahre unterwegs - und "my boat is my castle".
Nach dem Besuch einiger Bootsmessen im In- und Ausland haben sich zwei Favoriten herauskristallisiert. Eine "Lagoon 420" Dieselvariante und die Nautitech 44.
Jetzt wurde es aber noch Schwieriger. Natürlich soll man sein Boot testen, keiner kauft gerne die Katze im Sack. Aber was bei einem Autokauf so leicht und mühelos ist, stellt sich beim Bootskauf als sehr schwierig dar. Keine Werft besitzt ein Testboot, wäre ja auch etwas zu viel verlangt bei diesen Niedrigpreisen
. Anscheinend ist man dort der Meinung, wer schon soviel Geld hinlegen kann, der kann auch zu Testzwecken mal ruhig ein Boot chartern. Natürlich geht das nicht so ohne weiteres für 1-2 Tage. Nein, am besten reist man mit dem Flugzeug an und verbindet gleich seinen Urlaub von 2-3 Wochen damit. Nur für 2 Personen sehr teuer und Freunde zu finden, die zu einem Zeitpunkt und an einen Ort, der sie garnicht interessiert, Urlaub auf einem teuren Charterboot machen möchten, ist auch nicht immer so einfach.
Aber da sind Daulnes hartnäckig, wenn sie sich was in den Kopf gesetzt haben, wird alles getan das auch in die Tat umzusetzen. Und siehe da, nach einigen Telefonaten und e-mails hat sich auch ein
Agent gefunden, der es uns ermöglichte für 1 Tag die Lagoon 420 kostenlos zu testen. Herr Traub von Traub-Yachting.de erklärte sich freundlicherweise bereit uns eine Testfahrt mit seinem Schiff in Mallarco zu ermöglichen. Hurra- lass uns den nächsten Flieger buchen und hin zum Ballermann! Aber wie es so oft beim Segeln ist, entweder hat man keinen Wind, zu viel Wind oder oder ..... Bei uns ist das erste Übel eingetroffen, totale Flaute. Anker hoch, Motor an und mal raus fahren, man weiß ja nie. Leider hat sich der Wind den ganzen Nachmittag nicht eingestellt. Ein echtes Segelfeeling wollte da natürlich nicht aufkommen und wir mussten unverrichteter Dinge wieder abreisen. Aber dadurch liessen wir uns nicht entmutigen und fanden dann auch noch 2 Agenten in Frankreich/Mittelmeer, die uns auch eine Testfahrt anboten. Nochmals die Lagoon 420 und endlich auch die Nautitech 44. Diesmal bei besten Testbedingungen für die Lagoon 420. Viel Wind, viel Wellen. Mit dem Nautitech 44 ging es ein bischen geruhsamer zu, aber auch ein guter kleiner Wind - und das Schiff verhielt sich so, wie wir uns das immer vorgestellt haben. Sehr flink, wendig, leicht am Ruder- einfach ein super Gefühl! Im Grossen und Ganzen war unsere Entscheidung getroffen. Innen und Aussen, die Segeleigenschaften - alles überzeugte uns. Jetzt wollten wir aber auch noch das Werk besichtigen und vereinbarten einen Termin in La Rochelle/Frankreich. Dort wurden wir sehr freundlich vom Geschäftsführer und Eigentümer empfangen, der uns alles erklärte und das hat uns letzlich wirklich überzeugt- mit der Nautitech 44 das richtige Boot für unsere Weltumseglung gefunden zu haben.



