Jamaika wir kommen! November-Dezember 2011
Veröffentlicht auf 14. Dezember 2011
Langsam denken wir ans weiterfahren, die Hurrikan Saison geht zum Glück dem Ende entgegen. nuwam2 muss noch ein bisschen in Ordnung gebracht werden, deshalb haben wir einen Trockenplatz in der Marina Curacoa in Willemstad reserviert. Gespannt sind wir auf die Einfahrt, denn die Brücke, die die beiden Stadtteile Punta und Ottrobanda verbindet, muss für jedes Schiff das in den Hafen einläuft geöffnet werden. Hoffentlich müssen wir nicht so lange warten. Wir rufen kurz vor der Ankunft auf Kanal 17 Fort Nassau und bitten um Eintritt und siehe da- als wir ins Hafenbecken kommen fährt die Brücke auch schon zurück, wir staunen wie das reibungslos klappt.

warten bis die Brücke sich öffnet Sesam öffne dich, endlich geht sie auf
Jetzt können wir in die Marina fahren
Nach kurzem Warten im Hafenbecken, werden wir auch schon an Land geholt.
Das ist immer eine spannende Geschichte und wir bangen jedes Mal um nuwam2. Aber auch diesmal klappt das Hole out bestens und die Arbeiten können beginnen.
Das Antifouling muss schnell aufgetragen werden, denn bei über 30 Grad wird die Farbe schon auf der Rolle trocken. Das Einzige was nass bleibt sind wir, so nach dem Motto: „und rinnen muss der Schweiss“.
Nach 3 Tagen ist aber auch das geschafft und es geht zurück ins Wasser. Zwischendurch hatten wir noch ein weniger schönes Intermezzo im Hafen. Bei einem Katamaran ist eine Batterie explodiert und das Schiff hat Feuer gefangen. Trotzdem die Feuerwehr schnellstens angerückt ist, konnte leider nicht mehr viel gerettet werden, eine Kufe ist total Ausgebrand. Das ist kein schöner Anblick und alle denken, hoffentlich nicht bei mir.
Jetzt warten wir in Bonaire auf ein gutes Wetterfenster, um nach Jamaika zu segeln. Aber leider ist uns der Wettergott im Moment nicht gut gesinnt. Zwei Mal hatten wir schon alles vorbereitet, Vorgekocht, Dinghi Motor weggepackt usw. und musste die Überfahrt in letzter Minute abblasen, da schlechtes Wetter angesagt war. Wir lassen uns davon aber nicht die Stimmung verderben, tauchen noch ein bisschen mit Claudia und Thierry im glasklaren Wasser, die auch die schönen Unterwasseraufnahmen gemacht haben.
Segeln nochmals zurück nach Curacao, um dort auf besseres Wetter zu warten. Und siehe da endlich gutes Wetter in Sicht- am 03. Dezember 2011 ging’s los!
In Rekordzeit, nach nur 74 Stunden für 570 Meilen, erreichen wir an der Südküste Jamaikas Port Moran. Die Überfahrt war schon ein bisschen „heavy“ und gut durchgeschüttelt sind wir froh in dieser herrlichen, ruhiger Bucht den Anker werfen zu können.
Kurze Zeit später kommt auch schon die Coast Guard an Bord, die uns wohlwollend begrüsst und der sich immer wiederholende Papierkrieg kann einsetzen.
Wir werden freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass wir diese Prozedur auch noch mit dem Zoll, der Einwanderungsbehörde und Schlussendlich auch nochmals mit der Gesundheitsbehörde durchführen dürfen. Nach 2 Tagen, die wir nicht von Bord durften, hatten wir alle Formalitäten mit Zoll und Einwanderung erledigt und erhielten die Bewilligung an Land zu gehen. Jetzt fehlt nur noch die Gesundheitsbehörde, so lange bleibt auch noch die Gelbe Flagge oben.
Hey Mon ! Jamaika, die Geburtsstätte des Reggae.
Das zu den Grossen Antillen zählende Jamaika ist eine der grössten Inseln der Karibik. Hunderte von Kilometern Küstenlinie mit vielen natürlichen Häfen machen die Insel zu einem perfekten Segelrevier.
Die Ureinwohner, die Arawaken, die der Insel auch ihren Namen gegeben haben „Xhaymaka“ d.h. Land aus Holz und Wasser, konnten sich schon bald nach der Eroberung im Jahre 1494 durch Kolumbus, nicht mehr lange halten. Und auch hierher wurden Sklaven aus Afrika geholt, damit die Englischen Eroberer im 17. Jahrhundert ihre Zuckerrohr- und Bananenplantagen betreiben konnten. Damals nutzten auch Piraten wie etwas Henry Morgan die Insel als Stützpunkt. Die heutigen Piraten sind Drogenbossen, die für eine hohe Kriminalitätsrate sorgen, was sich aber hautsächlich in den grossen Städten abspielt. Neben Englisch wird hautsächlich der lokale Dialekt „Jamaica patois“ gesprochen. Die Mehrzahl sind Protestanten, daneben gibt es Katholiken, Juden, Moslems, Hindus und Bhai’i. Die Zahl der Rastafari ist beträchtlich und man begegnet ihnen
überall.
Unser erster Ausflug beeindruckte uns sehr. Es herrscht eine kaum zu übersehende Armut, aber alle Leute die uns begegneten waren fröhlich, aufgeschlossen und natürlich immer neugierig, wo wir denn herkommen. Bei den kleineren Kindern waren wir anscheinend eine Sensation, es wurde immer wieder gerufen:“ Mami, Mami, White People!“ Na, ja 6 Weisse erregen eben unter einer überwiegend Schwarzen Bevölkerung doch einiges Aufsehen.
Dorfstrasse in Port Morant Ackeebaum, das Nationalgericht
Nach einer rasanten Busfahrt erreichen wir das Dorf Morant Bay, hier tauschen wir erst mal Geld, damit wir uns ins Marktgetümmel stürzen können. Uns Frauen beeindruckt vor allen die markante Mode. Die Kreationen und das Material müssen ausserirdisch sein. Es schmiegt sich wie eine zweite Haut fest an den Körper der Trägerin und ist so flexibel, dass wirklich jeder Po reinpasst. Die Devise heisst: Grell, Pastell, Bund und vor allen Dingen Eng, Eng und Enger.
Hinein ins Modeland!

Nach dieser anregenden Exkursion sind wir hungrig und finden nach kurzem Suchen auch ein geeignetes Restaurant, wo wir für umgerechnet CHF 4.50 eine erstklassige Mahlzeit, bestehend aus gegrilltem Huhn mit Reis und ein Red Stripe (das Jamaikanische Bier) erhalten.
Gesättigt und zufrieden geht’s zurück.
In einer malerischen Hütte
wird noch ein Zwischenstopp für ein kühles Bier und ein Dominospielchen eingelegt.
Auf Jamaika ticken die Uhren anders, die Uhr wird eine Stunde zurück gestellt. Aber auch das Leben ist gemächlicher, Karibik wie wir sie vor 20 Jahren erlebt haben. Yeah mon
Am Montag geht’s Richtung Kingstown, der Hauptstadt Jamaikas, mal sehen was uns da erwartet.