Karneval in Salvador und andere Ereignisse

Veröffentlicht auf 21. März 2010

Karneval in Salvador und andere Ereignisse

Wir haben uns entschieden in die Marina „Centro Nautico“ im Herzen von Salvador anzulegen. Zum einen um unsere Freunde aus Frankfurt, Andrea und André, in Empfang zu nehmen und zum Anderen, um uns gleich nach deren Ankunft in den Karneval von Salvador zu stürzen.

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Im Hafen treffen wir auch wieder auf die beiden Brüder aus Österreich Andreas und Albert. Lernen das Schweizer Paar aus Baar Claudia und Thierry kennen und auch ein deutsches Paar, Susanne und Jan kommen noch dazu. So viele „Gringos“ auf einem Haufen, da hat keiner Lust auf einen kleinen Überfall. Das Geld- nur nicht zu viel mitnehmen! Haben wir in den Unterhosen und den BHs verteilt, dass ist sicherer, denn man wird in dem Gedränge ständig am ganzen Körper von den Taschendieben  abgetastet. Keine Taschen, kein Schmuck, kein Foto, das ist zwar etwas schade, weil wir somit leider auf schöne Bilder verzichten müssen. 6 Tage brodelt die Stadt, die ca. 5 Meter hohen LKWs, genannt „Trio Electricos“, mit ihren bis zu 120‘000 Watt Leistungen lassen keinen Teilnehmer ruhig stehen. Alle tanzen und singen die bekannten Lieder mit. Auch wir werden aufgefordert kräftig mit zu tanzen und immer wieder gefragt, ob man mit uns zusammen ein Foto machen kann, ähhh, Gruppenfoto mit Gringos! Mal was Neues für uns, normal sind ja wir die fotografieren.

Mit dröhnenden Ohren segeln wir jetzt in eine ruhigere Region. Itaparica ist angesagt, dort treffen wir wieder auf unsere anderen Segelfreunden Volker, Marry und Alex. Aber ruhig, davon haben wir nur geträumt. Auch hier in Itaparica ist Karneval fieber angesagt und an Schlaf nicht zu denken. Hier gibt es zwar nur einen einzigen kleinen Wagen, hat aber eine grosse Fangruppe und kann es mit den „grossen Brüdern“ in Salvador locker aufnehmen. Ab 24 Uhr wurde er dann von einer Band auf dem Dorfplatz abgelöst, die ebenfalls  über eine super geniale mindestens 50‘000 Watt Anlage verfügte. Und so durften wir Live Music und Sambatänze bis in den frühen Morgen geniessen. Noch ein anderes Schweizer Segelboot, mit Francoise und Philippe aus Genf, gesellten sich zu unserer Gruppe dazu. Im grossen Konvoi mit 5 Booten liefen wir in Catu ein und legten dort eine Erholungspause ein. Um 17’00 Uhr traf man sich bei Wolfgang in seinem Strandrestaurant zum Apéro und diskutierte die Geschehnisse des Tages. Beim Sonnenuntergang wurde die Weiterreise geplant. Das hiess durchs einen schmalen Durchgang durchs Riff, raus auf den offenen Atlantik- die „Seetüchtigkeitsprüfung“ für Andrea und André. Da wir diese Strecke schon mal mit unserem Freund Jaime zurückgelegt hatten, wurde die nuwam2 als Flottillen Führer benannt. Bei glatter See, 10-15 Knoten Wind ging es Richtung Süd auf die Insel Thinaré in die Bucht Garapua. Kurz vor der Einfahrt gesellte sich auch noch Susanne und Jan mit ihrer selbstgebauten Reinke Stahlyacht „Peter Pan“ dazu, sie sind direkt von Salvador hierher gesegelt. Endlich klares Wasser! Sofort wurden die Flossen und Taucherbrillen hervorgeholt und das Riff um schnorchelt. Ein hight light ist eine Bar, direkt auf dem Riff, leider war sie zu als wir dort ankamen. Na, vielleicht beim nächsten Mal. Als kleinen Ausgleich fand André an Land lustige Trinkbärchen, die auch schwimmen können, für uns. Und so konnte der Spruch „was mixen wir uns denn heute mal schönes“? eifrig in die Tat umgesetzt werden. Einen und auch mehrere Caipirinhas gab‘s abends in der Strandbar, dazu eine leckere Fisch-Moqueca. Am nächsten Tag verabschiedeten sich dann zwei Boote von uns, die weiter in Richtung Rio de Janeiro wollen. Der Rest der Gruppe hat einen Ausflug ins benachbarte Morro de Sao Paulo unternommen. Dieses sehr touristische Örtchen erreichten wir nach einer wilden Fahrt von 50 Minuten mit einem Traktor. Der Fahrer nahm die Sandpisten, die auch mal durch kleinere Wasserläufe führten wie Schumis kleiner Bruder. Wir hatten den Eindruck er übt für die Traktorinselraylle. Hätten wir Frauen gewusst, auf was wir uns da einlassen, hätten wir auf alle Fälle die Sport-BHs angezogen, aber lustig war’s!

Auf dem Weg zum Wasserfall von Tremembé hielten wir auch wieder bei unserer bekannten 103 Jahre alten Grossmutter und André hatte eine sehr interessantes Gespräch mit ihr, hi hi- keiner verstand den Anderen, aber die Unterhaltung war sehr intensiv. Hier mitten in den Mangroven gibt es eine Pizzeria, die wir nicht auslassen durften. Endlich mal was Anderes zu essen! Die Pizzas waren super, danach spendierte der Wirt Kaffee und eine grosse Tüte frisch gepflückte Mangos aus dem Garten durften wir auch noch mitnehmen. Interessant und abwechslungsreich war auch der Ausflug nach Camamu. Wir wurden morgens um 6 Uhr an unserem Boot vom Transportschiff abgeholt, das uns auch nachmittags wieder direkt auf unserem Boot absetzte. Das nenn ich mal Kundendienst!

Camamu ist ein quirliges Städtchen mitten in den Mangroven. Es gibt einen schönen Markt und so konnten wir unseren Proviant wieder aufstocken. Von der Kirche aus hat man einen guten Rundblick auf die ganze Region, die Geier in den Gassen haben sicher keine besondere Bedeutung, oder?

Der Wasserfall war eine willkommene Abwechslung, und wir sassen Stunden in der Süsswasserquelle. Ab und zu hörte man Schreie, dann hat mal wieder ein kleiner Süsswasserkrebs jemanden in den Po gebissen. Zur Strafe standen diese Tierchen dann am Nachmittag auf der Speisekarte vom Restaurant, das von Alda und ihrem Mann, der deutscher Abstammung ist, geführt wird. Hier fühlt man sich wie Mitten im Dschungel. Seltene Vögel, Meerkatzen und sonstiges Getier kommt vorbei und man hat immer was zu gucken. Es gab auch eine „Miss Piggy“ mit eigener Waschmaschine.

Leider geht ja jeder Urlaub einmal zu Ende, so mussten auch Andrea und André nach 3 ½ Wochen wieder in die Heimat zurück. Wir segelten zurück nach Tinaré, wo wir noch ein heftiges Gewitter erlebten, so dass wir dachten der Weltuntergang ist nahe. Das Gute daran war eine super Süsswasserdusche.

Viel haben wir gesehen und erlebt. Es gab kulinarischen Höhepunkte mit selbstgefangenen Fisch, der zu Thunfisch Capriccio verarbeitet wurde, oder auch leckeren Tintenfischsalat, nicht vergessen die frischen Krevetten, die von den Fischern direkt am Schiff angeboten wurden.
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Schnell vergessen sollte man die Tage, wo wir leider nichts anderes bekamen, außer „leckere Krakauer“. Das ist eine Sache, die man immer und überall bekommt, wenn alle Anderen Lebensmittel im Supermarkt ausverkauft sind und das Versorgungsschiff noch nicht wieder angelegt hat. Es gab auch eigenwillige Zerstreuungen, z. B. kam Francoise auf die Idee, wir sollten doch ein Dingi Picknick veranstalten. Oder man traf sich zum Sundowner auf nuwam2 und mixte Caipis.

Um 10.00 Uhr morgens standen wir dann alle am Steg und verabschiedeten uns von unseren Freunden, die sich als äusserst „seetauglich“ bewiesen haben. Wir hoffen, die Beiden hatten genau so viel Spass am Segeln und kommen mal wieder zurück an Bord.

Wir Anderen nahmen die Gelegenheit war und stiegen in den nächsten Bus, der uns nach Valenca brachte. Eine hübsche Stadt, mit einer grossen Werft, die Holzboote baut. Wir Frauen gerieten in Kaufrausch, da es mal wieder einige schöne Boutiquen zu besichtigen gab. Auf der Strasse wurden Austern angeboten und natürlich konnten wir da nicht wiederstehen. Das hätten wir aber lieber lassen sollen, denn 2 Tage später lagen alle, die von den Austern gegessen hatten, mit einer Vergiftung flach. Aber einen starken Seemann/-frau bringt so schnell nichts um und nach 3 Tagen waren alle wieder fit für die nächsten Abenteuer. Wir wünschen allen einen wunderschönen Frühling!

Geschrieben von Heidi

Veröffentlicht in #Reiseberichte

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<br /> Liebe Heidi, lieber Robert<br /> <br /> Gratuliere euch zu dieser Traumverwirklichung!<br /> Heidi, dich kenne ich ja aus der gemeinsamen Sycotronic Zeit und auch dort musstest du/wir ein paar Stürme überstehen - also wird dir die See nicht so schnell etwas anhaben können...<br /> Genießt die Zeit und ich genieße etwas mit, wenn ich eure Berichte lesen kann.<br /> Alles Gute und liebe Grüße<br /> Alice Keiser<br /> <br /> <br />
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