Kuba/Cuba Libre Januar - März 2012
Veröffentlicht auf 28. März 2012
nuwam2 ist wieder online! Ja, ja, wir wissen es ist eine ganze Zeit her, dass ihr etwas von uns gehört habt. Aber leider war es vorher nicht möglich einen Bericht ins Internet zu setzten. Kuba verfügt über echt bescheidene Wifi Möglichkeiten und skypen oder Dokumente zu schicken geht schon mal gar nicht.
Aber besser spät als nie, hier nun unsere Erlebnisse in den letzten 3 Monaten in etwas verkürzter Form.
Auf unserer Route nach Kuba machten wir auf Cayman Brac halt, eine der Cayman Inseln. Dort geht es locker zu bei der Einklarierung und die Behörden kommen an jede Boje, die man dort rings um die Insel ausgelegt hat. Ankern ist verboten, da es sich um ein noch intaktes und vom Massentauchtourismus verschontes Revier handelt. Man bestellt die Behörden bei Ankunft über Funk und meldet wo man ist. Einzig ein Beamter von der Gesundheitsbehörde kommt mit seiner Spraydosen an Bord, um mögliche Moskitos die man mitbringen könnte, auszuräuchern. Der Spass kostet 30 Dollar. Ob es denn was nützt weiss man nicht so genau, da sich eigentlich bei der Überfahrt schon alle evtl. verbliebenen Moskitos verabschiedet haben. Leider mussten wir diese Gastfreundliche Insel nach kurzer Zeit wieder verlassen, da sich ein „Norther“ (starker Wind aus Norden) ankündigte und es rings um die Insel keine geschützten Ankerplätze vor diesem Wind gibt.
Wir gehen das erste Mal in Kuba
In Cayo Largo an Land
und werden aufs freundlichste von den dortigen Behörden in Empfang genommen. Pire, der Hafenmeister, mit seiner 25-jährigen Erfahrung vor Ort und einigen englisch Kenntnissen managet die Einklarierung und sorgt für einen schnellen und reibungslosen Ablauf.
Cayo Lago ist nicht bewohnt. Nur ein paar All Including-Hotels sind an den kilometerweiten weissen Sandstränden zu finden. Das macht uns neugierig! Mit dem Bus lassen wir uns zu einer Anlage bringen, in der man keine Armbändchen trägt und werden einen Nachmittag zu „Hotelgästen“. Geniessen das Mittagsbuffet, lassen uns von der Band mit Salsa anheizen,
schwimmen im Pool und kosten von den verschiedenen kostenlosen Angeboten an der Bar. Mojitos und Cuba Libre sind immer willkommen. Leider können wir nicht mit den echten Hotelgästen mithalten, da wir noch keine korrekte All Including Ausrüstung hatten. Wie wir feststellen mussten, gehört heute unbedingt ein Thermobecher ins Gepäck, den man dann beliebig oft an der Bar mit seinem Lieblingsgetränk nachfüllen kann. Je grösser, desto besser, na dann Prost! Aber auch ohne dieses Lieblingsstück hatten wir viel Spass und viel zu lachen an unserem „Hotel Tag“.
Mit Stopps auf verschiedenen kleineren Inseln ging es weiter nach Cienfuegos. 
Mit seinen 150‘000 Einwohnern, ist es für kubanische Verhältnisse eine Grossstadt.
Hier gibt es einen kleinen Yachthafen und die Charterbasis „Plattenyachting“. Unser Glück, denn hier finden wir zwei Mechaniker, die uns mit unserem Antrieb der Saildrives weiterhelfen können. Seit einiger Zeit können wir nicht mehr einkuppeln, dass heisst wir sind unter Motor nicht mehr manövrierfähig, da sich die Propeller nicht mehr drehen. Nachdem die beiden Fachmänner die Saildrives angeschaut haben, steht eindeutig fest, bei beiden Motoren ist der sogenannte „Drive Con“ abgenutzt und muss schnellstens ersetzt werden. Na, toll- nach nur 750 Motorstunden solch ein Schaden. Erstens teuer, zweitens hier in Kuba nicht zu bekommen. Aber wir haben mal wieder Glück im Unglück, Roberts Schwester kommt ja bald nach Kuba und so werden die Ersatzteile per e-mail und Telefon bei Schmidt-Motoren in Willich bestellt. Dort ist man erfreulicherweise so Kundenorientiert, dass alles Unkompliziert und Reibungslos abgewickelt wird. Die Teile werden Express in Holland bei Yanmar bestellt und können ein paar Tage später abgeholt werden. Gott sei Dank erklärt sich Danielle, Roberts Schwester, sofort bereit die Teile im 400 Kilometer entfernten Willich abzuholen und im Gepäck mit nach Kuba zu bringen. Nach dem Einbau funktioniert wieder alles Bestens und wir können wieder beruhigt weiter fahren.
Von Cienfuegos aus, unternehmen wir auch einen Ausflug nach Vinales im Landesinneren und nach Havanna. Mit dem Taxi
Auf der Autobahn begegnet man nicht vielen Autos, dafür aber Pferdekutschen und Radfahrer!
geht es zuerst für 3 Tage nach Vinales, einem malerischen Bergdörfchen, wo wir in einer Casa Particulare Unterkunft finden.
Seit einiger Zeit dürfen die Kubaner privat Zimmer vermieten und das wird auch von vielen, die eigene Häuser besitzen, praktiziert. Diese Unterkünfte sind wesentlich günstiger und angenehmer, als die meisten Hotels. Ausserdem bieten die Besitzer auch Frühstück und Abendessen an, was ebenfalls sehr viel besser ist, als in den Staatlichen Restaurants.
Einen Tag verbringen wir auf den Rücken der Pferde, die hier noch als echte Arbeitskraft eingesetzt werden.
Schmale Pfade führen uns durch Pinienwälder, ein Bergsee von über 10 Kilometer Länge lädt zum erquickenden Bad ein
und den krönenden Abschluss bildet ein Halt bei einem Tabakbauern, mit Mojitos und einer kleinen Zigarrenkunde.
Weiter geht’s nach Havanna, der Hauptstadt von Kuba. Wir finden Mitten in Vieja, der Altstadt von Havanna, wieder eine Casa Particulare, die uns zwar etwas sportlichen Ehrgeiz abverlangt (6 Stockwerke müssen zu Fuss bewältigt werden), dafür ist der Ausblick von der Dachterrasse über den historischen Stadtkern absolut lohnenswert.
Havanna hat einiges zu bieten und wir haben einige Tage mit Besichtigungen zu tun. Die reizvolle und gut restaurierte Altstadt, Vieja, mit seinen historischen Gebäuden, den vielen kleinen Bars, wo sich auch schon Hemingway wohl fühlte. Die angenehmen Kaffehäuser. Der Büchermarkt.
Das Capitol. Das „Chinesen Viertel“, wo wir eigentlich keinen einzigen Chinesen zu Gesicht bekamen. Und in der berühmten Oper konnten wir uns La Traviata anschauen.
Am 06. Februar kam dann Danielle mit 3-stündiger Verspätung am Flughafen an und mit dem Taxi ging es am nächsten Tag wieder 4 Stunden zurück nach Cienfuegos aufs Boot. Schön wieder mal Familie an Bord zu haben. Das wurde so richtig genossen.
Das nächste Ziel war die Bucht von Casilda. Von hier erblickt man am Fusse der nahen Berge das Schmuckstück aus der Kolonialzeit, die Stadt Trinidad – ein Weltkulturerbe.
Pittoreske Gässchen mit Kopfsteinpflaster beherrschen das Stadtbild und man fühlt sich in eine andere Epoche versetzt.
Ein Ausflug in den Nationalpark „Sendero Caburni“ mit seinen Wasserfällen runden den Landgang ab.
Jetzt geht es zum Archipel de los Jardines de la Raina (Archipel im Garten der Königin), mehr als 900 busch- und mangrovenbewachsene Inselchen und Cayos liegen in diesem riesigen Riffgebiet. Die Gewässerfläche von Casilda bis Cabo Cruz umfasst etwas 8‘830 km2 , ist kaum erforscht und menschenleer, bis auf einige Fischer, die hier mit ihren betagten Ferrozementbooten auf Fang unterwegs sind.
Wir ersteigern einige Langusten (pro Languste 2.00 Franken) und schlemmen mal wieder köstlich.
Am 19. Februar verlässt uns Danielle wieder und wir machen uns auf den Weg Richtung Santiago de Cuba, von wo aus wir dann den Weg zu Bahamas antreten wollen. Aber bis dahin mussten noch einige Hürden genommen werden. Auf Cayos Cachiboca hatten wir am 25. Februar 2012 ein heftiges Gewitter und ein Blitz schlug mit einem enormen Knall, so dass wir noch einige Zeit fast taub waren, direkt in unserer kleinen Bucht ein. Mit Schrecken mussten wir feststellen, dass dabei unser Autopilot kaputt gegangen ist. Ab jetzt heisst es, bis wir irgendwann Ersatz bekommen, selber zu steuern. Wir haben einen schwierigen Küstenabschnitt bis nach dem Cabo Cruz vor uns. Unser „Dritter Mann MAX“ an Bord fehlt sehr und wir lösen uns alle 1-2 Stunden am Ruder ab, was besonders Nachts zu spüren ist. In der ruhigen Bucht von Marea del Portillo,
einem kleinen Fischerdörfchen mit besonders liebenswerten Menschen, erholen wir uns ein paar Tage von den Strapazen der vorherigen Route.
In der Bahia de Santiago de Cuba
Kurios: Der Fährmann sitzt hinter Gitter, da man Angst hat vor Entführungen. Es fahren auch immer noch 2 Beamte mit. Es ist ja nicht sehr weit in die Bahamas. Aber die Fähre verkehrt ausschliesslich in der Bucht, also eigentlich gar keine Möglichkeit zur Flucht.
warten wir auf ein gutes Wetterfenster, das uns die Weiterfahrt auf die Bahamas ermöglicht. Leider müssen wir länger warten als uns lieb ist, denn hier gibt es eine Ölraffinerie, deren Schornsteine Tag und Nacht klebrige, stinkige Rauchwolken ausstossen. nuwam2 sieht schon nach einem Tag aus, als hat es die Windpocken.
Tausende kleine gelbe Punkte verunzieren das Boot. Bei Nachfrage beim Hafenmeister erklärt man uns, dass es ein spezielles Produkt, das man natürlich kaufen muss, gibt, welches angeblich die Flecken wieder entfernt. Also kaufen wir mal gleich 3 grosse Flaschen von diesem Wundermittel und müssen später, nach mühevoller Reinigung feststellen, nützt nicht so viel, die Flecken kommen immer wieder hervor. Zwar nicht mehr so intensiv, aber da muss noch einige Male tüchtig geputzt werden.
Fazit über unseren Kubaaufenthalt: Wir trafen freundliche, hilfsbereite Leute. Eine entspannte Administration. Der Bildungsstandard ist hoch. Viele Kubaner sprechen mehrere Sprachen, englisch, französisch und auch deutsch. Wenig Kriminalität, man fühlt sich hier äusserst sicher. Gesundheitswesen ist für jeden da. Es lebt die Nostalgie
aber auch die moderne Zeit hat Einzug gehalten.
Die allgemeine Sauberkeit ist auffallend, Strassenfeger stehen mit ihren Karren an jeder Ecke. Die freie Markwirtschaft boomt, wie auch immer.
Die Kubaner haben sich als Überlebenskünstler entwickelt, mit scharfem Sinn für Business. Die Weiterentwicklung des „Cuba Libre“ steht vor der Tür!
Und nicht zu vergessen, auch immer wichtig für uns Weltenbummler, die Preise sind für einfach traumhaft. Eine Pizza kostet z.B. 0.40 Cent,
Pizzabäcker mit Leib und Seele!
eine Portion Eis bestehend aus 5 Kugel sage und schreibe 0.08 Cent und als letztes Beispiel 12 Eier 1.00 Euro.
Weitere Bilder findet ihr in Fotoalbum Kuba Januar-März 2012- Viel Spass!
Das Wetter klart auf, beschert uns den richtigen Wind und nach 54 Stunden kommen wir, zwar etwas müde, aber zufrieden mit unseren Steuerkünsten in Long Island auf den Bahamas an. Wir ankern vor einem fantastischen Kilometer langen Sandstrand, in glasklarem türkisfarbenem Wasser und geniessen die völlige Einsamkeit des Ankerplatzes am South Point.
Was erwartet uns demnächst in den Bahams?