Album San Blas Mai und Juni 2013

Veröffentlicht auf 15. Juni 2013

 

Von Cartagena aus sind wir erst mal für einige Tage auf kleine Inseln, die einige Meilen vom Festland entfernt sind, gefahren. Das war unbedingt notwendig, um das Unterschiff von den Muscheln zu reinigen, die sich in Cartagena zu tausenden in unseren Rumpf festgesaugt haben. Am 12. Mai haben wir entschieden weiter auf die San Blas zu segeln, da das Wetter im Moment gut aussah.

P1040490.JPGP1040491.JPG

 

P1040492.JPG

Um 13.00 Uhr legten wir ab und am 13. Mai genau um 13.00 Uhr gingen wir vor Isla Pinos vor Anker. Unsere erste Begegnung mit den Kuna Indianern erfolgte kurz danach, in dem ein Kuna in seinem Kanu vorbei kam und 10$ Ankergebühr einkassierte, aber tröstlich zu wissen, die Gebühr ist für einen Monat. Am nächsten Tag ging es zur Dorfbesichtigung.

P1040411.JPG

Vor ca. 150 Jahren zwangen Krankheit und Ungeziefer die Kuna Indianer ihre ursprüngliche Heimat das Festland in den Gebieten Kolumbiens und Panamas zu verlassen. Sie siedelten auf die vor der Küste liegenden San Blas Inseln um. Von den ca. 360 Koralleninseln, die sehr flach im Golf von Darien liegen, sind heute etwas 50 Inseln zum Teil sehr dicht besiedelt. Die übrigen werden lediglich zum Anbau von Kokosnüssen genutzt, die auch noch heute das Zahlungsmittel der Kunas sind. Boote aus Kolumbien holen die Kokosnüsse ab, 100 Nüsse bringen ca. 25$ ein. Es ist für Fremde verboten eine Kokosnuss einfach zu nehmen und wird streng bestraft.

Im Gegensatz zum Festland ist es auf den Inseln sehr windig, so dass die Notwendigkeit bestand sich zu kleiden. Missionare brachten den Kuna Frauen das Nähen bei und so entstand die Alltagskleidung der Kuna Frauen,  die MOLA. Mola bedeutet Bluse und erklärt die Technik, wie die Bluse genäht wird. Als Mola wird aber auch nur die rechteckigen Bluseneinsätze auf der Vorder- und Rückseite, bezeichnet. Diese einzigartige Volkskunst wird von Generation zu Generation weitergegeben und bereits im Alter von 4 Jahren von den Kuna Mädchen erlernt. Eine Mola besteht aus verschiedenen Stofflagen in verschiedenen Farben, die Motive zu mythologischen-religiösen Themen, geometrische Muster, Tiere und Begebenheiten des Alltags zeigen und mit winzigen Stichen genäht werden.  

P1040483.JPG

P1040484.JPG  

Im Dorf treffen wir auf David, ein Kuna der auch etwas englisch spricht und ein kleines Restaurant besitzt. Er backt auch das traditionelle Kuna Brot. Kleine Brötchen oder Stangen, die sehr gut schmecken.

P1040428.JPG

P1040430.JPG

Für 6$ essen wir Fisch, die Portion ist etwas für wirklich kleine Leute, aber das sind die Kunas ja auch. Dazu gibt es Reis, Bohnen und ungeniessbare grüne gebratene Bananen. Als Vorspeise wurde Kokosmilchsuppe serviert, die wir normalerweise lieben, aber diese war für unseren Geschmack einfach zu exotisch. Nach diesem „opulenten“ Mahl entschieden wir uns einen Inselrundgang zu unternehmen. Nach über 3 Stunden Fussmarsch, der locker am Strand entlang begann,

P1040425.JPG

uns dann über Felsen, P1040423.JPG

durch dichtes Dschungelgestrüpp und Sümpfe mit tausenden von Moskitos führte, und dass, wie es sich gehört selbstverständlich ohne etwas Wasser mitzunehmen, kamen wir völlig erschöpft wieder aufs Boot zurück. Wer hat hier erzählt es handelt sich um eine sehr kleine Insel?

 

 

 

Weiter geht es in kleinen Segeltörns von ca. 10 – 15 Meilen, im Moment mehr unter Motor, von Insel zu Insel. Ustupu, das grösste Dorf in San Blas, was man auch daran merkt, dass im Wasser Unmengen von Müll schwimmen. Das Dorf selber ist aber wirklich sehenswert ist, eine Laguna trennt es in zwei Teile und erinnert mit den kleinen Brücken ein bisschen an Venedig.

P1040455.JPG

Es herrscht reger Kanuverkehr und wenn man durch die engen Gassen schlendert, fühlt man sich ins Mittelalter versetzt.

P1040451.JPG

Wir kaufen wieder Kuna Brötchen (10 Stück für 50 Cent). In Achutupu (Dog Island), mit äusserst freundlichen Bewohnern, erstehen wir unsere ersten Molas. Ein heftiges Gewitter in der Nacht mit über 32 Knoten Windböen hält uns nicht ab, am nächsten Morgen weiter nach Mono Island zu fahren. Zwei Tafeln im Wasser weisen darauf hin, dass man 1. nur ankern darf mit Erlaubnis vom Chief  (Kuna Häuptling) und 2. dass man die Insel nur in Begleitung eines Führers betreten darf, bei Nichtbeachtung werden Sachen beschlagnahmt, wir fanden das nicht sehr freundlich und machen uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Snug Harbor und bezahlen auch hier wieder 10$ Ankergebühr.

Dafür werden wir mit Langusten belohnt, die uns Fischer für 5$ pro Stück anbieten. Ein anderes Kanu bringt uns Bananen, Ananas, Limonen und Mangos. Einem Festschmaus steht mal wieder nichts im Weg und so gibt es am Abend gegrillte Langusten mit Palmenherzen Salat. Wir haben als „Regalo“, so nennt man eine kleine Dreingabe beim Kauf, ein bisschen Angelzeug und einen grossen Bettbezug gegeben. Aus dem Stoff macht sich der Fischer ein neues Segel.

Vorbei an Isla Tigre, hier war keine gute Ankermöglichkeit, da überall Bojen ausgelegt waren und man dadurch zu nahe an den Riffen oder Land ankern musste, sind wir weiter nach Nargana gesegelt.  

Nargana ist die erste Insel, deren Bewohnen sich von der Kuna Tradition gelöst hat. Viele der Häuser sind nicht mehr aus Holz und Strohdach, sondern aus Stein mit Wellblechdächern. Entsprechend hässlich sieht es aus. Die verrosteten Dächer erwecken einen elenden Eindruck. Müll auf den Strassen, Strom und damit hat auch das Fernsehen Einzug gehalten. Ein Grossteil der Bevölkerung sitzt bereits morgens vor den Geräten wie hypnotisierte Kaninchen und ist nicht mehr ansprechbar. Ein Hoch auf die Zivilisation! Als Ausgleich konnten wir hier aber gut unseren Proviant mit Gemüse, Obst und Cola auffüllen.

Weiter auf Green Island, eine kleine unbewohnte Insel, wo man am Aussenriff in klarem Wasser zwischen prächtigen Korallen schnorcheln kann. Eine winzige Etappe weiter führt uns auf Coco Bandero, Inseln wie im Bilderbuch.

P1040496.JPG

 

3 Kuna Frauen kommen mit ihrer Piroge ans Boot und wir kaufen unsere nächste Mola. Heidi bekommt ein Fusskettchen aus winzigen bunten Glasperlen angepasst. Diese Fuss- und Armbänder, die normalerweise vom Knöchel bis zu den Knien reichen und den ganzen Unterarm bedecken, weisen kunstvolle Muster auf und sind der traditionelle Schmuck der Kuna Frauen. Sie werden direkt auf die Trägerin angepasst und normalerweise bis zu 3-4 Monaten getragen ohne sie abzunehmen.

P1040489-Kopie-1.JPG

 

Auf den Hollandes Cays treffen wir wieder Leo und Christiane von der Lahna. Weiter geht’s zu den Central Hollandes, Chichime Cay und dann in die Lemmon Cays. Vor der kleinen Insel Yansaladup, die von einer sehr netten Kuna Familie bewohnt ist, wird der Anker geworfen. Und wir kommen genau richtig, kurz darauf kommt ein Versorgungsboot längsseits und versorgt uns mit knackigen Gemüse, Obst, Eier und sogar einem frisch geschlachteten Huhn- wir fühlen uns wie im Schlaraffenland! Am Vortag haben wir noch 3 Langusten gekauft und so ausgerüstet steht der Geburtstagsparty von Robert nichts im Weg. Um 17.00 Uhr trudeln die Gäste ein und mit Prosecco wird auf die 3x20 Jährchen angestossen.

P1040500.JPG  P1040503.JPG

Geschenke auspacken macht immer Spass und hier freut man sich noch mehr über selbstgemachte Marmelade, Rum und Zigarren direkt aus Kuba, eine gute Flasche Wein ist auch nicht zu verachten. Unsere Freunde Claudia und Thierry haben auch an das Alter gedacht und eine Packung Q-Tips um die ins Alter gekommenen Gehöhrgänge frei zu halten, ist auch eine super Idee. Die mit viel Kunstverstand hergestellte Geburtstagskarte von Leo und Christiane zeigt per Flaggen die Treffpunkte, wo wir uns schon begegnet sind.

IMG_3545.JPG

P1040515.JPGP1040516.JPG

 

Im Trampolin mit einem Himmlischen Sonnenuntergang kann man gute und lange Gespräche führen und die vergangenen Jahre Revue passieren lassen.

P1040519.JPG

P1040508.JPGIMG_3548.JPG

IMG_3552.JPGIMG_3560.JPG

Die Tage fliegen nur so dahin und es wird nicht Langweilig. Mal geht’s zum schnorcheln, dann gibt es ein BBQ am StrandP1040524.JPG

P1040526.JPG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

P1040530.JPG

Diese Seeespinne hat für diesmal Glück gehabt. Sie wurde erst von uns entdeckt, nachdem wir schon gegessen hatten. P1040537.JPG

und natürlich nicht zu vergessen, das Boot verlangt auch immer besondere Aufmerksamkeit. Langsam müssen wir mal wieder sehen, was sonst noch so los ist in der Welt und unsere e-mails lesen. Dazu fahren wir in die Green Turtle Marina. Dieser kleine angenehme Hafen wird von Yogi , einem Berliner geführt. Seine Frau hat am Strand ein kleines Restaurant und hier schmeckt der “Sun Downer“ besonders gut. Morgen soll es weiter gehen, denn wir müssen auch mal endlich einklarieren. Dazu geht’s nach Portobello und Colon. Darauf sind wir sehr gespannt, endlich mal wieder richtig shoppen gehen!   

Mehr Bilder ohne Worte gibt es im Fotoalbum San Blas!

Geschrieben von nuwam2

Veröffentlicht in #Reiseberichte

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post