Jamaika again und Columbien März/April 2013
Veröffentlicht auf 6. Mai 2013
Am 29. März 2013 kommen wir total erschöpft in Port Antonio in Jamaika an. 2 ½ Tage hat es uns in der Winward Passage tüchtig durchgeschaukelt und ein kräftiger Wind direkt von hinten, zwang uns auch immer wieder die Segel zu ändern. Aber nun haben wir es ja geschafft und nach dem wir am Pier angelegt haben, kommt auch schon die Quarantäne, die Immigration und die Coast Guard an Bord.
Alles geht recht locker zu. Ein paar Drinks, eine Flasche Wein und ein bisschen Geld für die Getränkekasse beschleunigen die Amtshandlungen zusätzlich. Die kleine Marina macht einen guten Eindruck. Ein kleiner Pool, mit Poolbar wo es zur Happy Hour das Bier für umgerechnet 2.00 $ und den Rum Punch für 1.00 $ gibt, entschädigen für die harte Überfahrt. Von Vorteil ist auch, dass die Marina direkt in der Stadt liegt und das Einkaufen enorm erleichtert.
Und noch eine nette Überraschung erwartete uns, ja wer kommt denn da über den Kay angeschlendert? Leo und Christiane, die wir in Brasilien kennen gelernt haben, sind auch hier gelandet. Das Wiedersehen wird entsprechend gefeiert und spontan ein gemeinsamer Ausflug in die Blue Mountains geplant. Aber vorher mussten sich die Beiden noch mit der etwas konfusen Gesetzeslage auseinander setzen. Pippi machen ins Wasser wird mit Gefängnis bestraft! Trotzdem hier alle Einheimischen ganz öffentlich nicht nur Pippi ins Wasser machen. Wahrscheinlich war es dem Marine Capitain Paul ein Dorn im Auge, dass die Beiden in der Ost Bucht vor Anker lagen und nicht in der West Bucht, wo es pro Tag 15 $ kostet und so wurde mal ein Exempel statuiert. 1 Nacht Gefängnis, wenn man nicht so mitspielt wie sich das manche Personen vorstellen.
Aber das kann uns nicht davon abhalten, auch die schönen Seiten der Insel und ihrer Bewohner zu entdecken. Wir besuchten das Jerk Festival, die Blue Mountain, die für ihren berühmten Kaffee bekannt sind. Nahmen am sonntäglichen Kirchen Gottesdienst teil. Hatten Gelegenheit eine Fotosession mit dem bekannten sizilianischen Raggae Sänger Alborosie zu beobachten und genossen die Ausflüge auf dem farbenprächtigen Obst- und Gemüsemarkt.
Alles in allem hat uns der Aufenthalt in Jamaika wieder sehr gut gefallen. Der einzige Wermutstropfen ist und bleibt der Marina Capitain Paul, der ständig seine Macht beweisen will.
Heidi wollte ja nie nach Columbien, aber wie es so ist, man kann ja auch mal seine Meinung ändern. Nach 487 Meilen und 69.5 Stunden segeln wir morgens um 08.00 in Cartagena ein. Columbien zählt heute zu den sichersten Reiseländern. Auch hier ankern wir wieder mitten in der Stadt. In Cartagena mischt sich alt und neu. Neue Hochhäuser empfangen einen bei der Einfahrt und erinnern ein bisschen an Salvador de Bahia.
Die meisten der sehr gepflegten Hochhäuser stehen leer. Sie wurden von sehr reichen Leuten aus Bogota der Kolumbianischen Hauptstadt erbaut und dienen als Ferienwohnungen, die vielleicht 1-2 mal im Jahr besucht werden. Hier hat man von der weltweiten Finanzkrise nichts gemerkt, da hier nicht mit Krediten gearbeitet wird, sondern fast alles bar bezahlt wird und die Mieten in diesen Häusern sind für den normalen Bürger unerschwinglich.
Die Altstadt, umgeben von einer Stadtmauer, wurde liebevoll restauriert und lockt mit vielen netten Restaurants, Bars und wirkungsvoll gestalteten Boutiquen. Es ist ein Vergnügen auf einem der vielen Plätze zu sitzen und die vorbeiflanierenden Leute zu beobachten und natürlich zu kommentieren. Der Salsa erklingt aus jeder Tür und schon am Mittag wird fleissig auf der Strasse getanzt.
Manfred unser Agent, ein Deutscher der hier seit etlichen Jahren ansässig ist, hilft uns bei den Ein- und Ausreiseformalitäten und hat auch manchen guten Tipp für uns bereit. Seine Frau ist Zahnärztin, und so wird gleich mal ein Termin für die jährliche Dental Hygiene abgemacht. Sie arbeitet wirklich sehr gut und effizient und der Preis von 40.00 $ kann nicht mehr getoppt werden.
Unterwegs ist unser Windanzeiger ausgestiegen. Die Solarzellen laden nicht mehr und auch der kleine Kühlschrank mag mal wieder nicht so richtig auf Touren kommen. Glück im Unglück, wie man so schön sagt. Wir finden Sven, noch ein Deutscher der seit Jahren hier lebt, ist der Elektronik Guru schlechthin. Er ist uns bei den Solarzellen und dem Windpilot behilflich und für den Kühlschrank gibt es auch einen Fachmann, Antonio bringt so gut wie alles auf diesem Gebiet wieder in Ordnung, nur quitsch jetzt unsere Pumpe, aber dass wird auch irgendwann geregelt.
Jetzt steht nichts mehr im Weg und wieder einmal heisst es Proviant schnappen, denn das nächste Ziel heisst San Blas, kleine Inseln die zu Panama gehören und von den Kuna Indianern bewohnt und bewirtschaftet werden. Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, es gibt keinen Strom, somit auch unser heiss geliebtes Internet nicht und von Supermärkten haben die Kunas auch noch nicht viel gehört. Wir sind sehr neugierig, haben wir doch nur Gutes gehört und freuen uns schon sehr auf die nächsten interessanten Begegnungen!