Unterwegs in die Karibik!

Veröffentlicht auf 17. Oktober 2010

B5 Marina Hotel FortalezaAm 28.08.2010 erreichen wir Fortaleza, unseren letzten Hafen in Brasilien. Am Steg vor dem Marina Park Hotel wird angelegt und wir geniessen während unseres Aufenthalts die Annehmlich-keiten eines  5 Sterne Hotel. Jeden Morgen geht’s ab in den Swimmingpool, die Duschanlagen werden reichlich genutzt und das wir die Hotelhandtücher kostenlos erhalten, ist natürlich auch ein Highlight, dass spart die „grosse Wäsche“. Ausgiebige Siestas in den Hängematten unter Palmen gehören mit zu den täglichen Ritualen. Natürlich wird auch das Nachtleben auf der Uferpromenade und in den Strassenkaffees ausreichend genossen. Die Life Bands, die mit Salsa, Zouk, Merengue und Bachata die Menge anheizen, lassen auch uns bis 04.00 Uhr morgens die Hüften schwingen.

Die Wettervorhersage ist gut und so wird am 04.09.2010 zur nächsten Etappe- 985 Meilen nach Französisch Guayana- abgelegt. Die ersten beiden Tage sind ein wenig hektisch, da der Wind ständig ändert, d.h. Segel reduzieren, Segel hoch, Segel runter usw. Man kommt nicht zur Ruhe und hat ständig „Hard Work“ on Board. Aber am 06.09.2010 zur Äquatorüberquerung,

D2 Äquatortaufe ist nicht jeden Tagdiesmal von Süden nach Norden, um 17.30 beim Sonnenuntergang mit Wind zwischen 16-20 Knoten, ruhige See, 28 Grad und 77% Luftfeuchtigkeit, ist die Welt bzw. das Meer wieder völlig in Ordnung und wir können die weitere Überfahrt ruhig geniessen.

Claudia und Thierry haben einen grossen Bonito gefangen und teilen ihn mit uns. Super, da wird sofort eine Fischübergabe auf offenem Meer organisiert.

E3 Fischüberabe auf hoher SeeE4 Fisch in Empfang genommen

 

Toll, alles hat gut geklappt und der bereits ausgenommene und bestens marinierte Thunfisch streichelt unseren Gaumen.

 

Thierrys Marinade für Thunfisch:

1Essl. Worcestershire Sauce

1 Essl. Soja Sauce

2-3 Essl. Limonensaft

2 Knoblauchzehen klein gehakt

Etwas Salz, Pfeffer

2 Essl. Olivenöl

Alles in eine Plastikschüssel oder Plastiksack zusammen mit dem Fisch einige Stunden marinieren lassen. Danach

Fisch kurz auf beiden Seiten braten- mhhhh lecker!!!

 

Nach einer flotten Überfahrt mit ca. 200 Meilen/Etmal erreichen wir am Freitag den 10.09.2010 um 13.00 Uhr Franz. Guayana und ankern im Mahury Fluss vor Degrade des Cannes. Hier ist wirklich der Hund erfroren, wie man so schön sagt. Ein vollkommen runtergekommener kleiner Fischer- und Yachthafen erschreckt unsere Augen. F1 Ankern im Flusslauf von Degrad des Cannes

 

Wir laufen mal los und hoffen irgendwann einmal eine grössere Strasse zu entdecken.

F2 Finden wir noch ne Hauptstrasse

Nach 2 Kilometer ist das Glück auf unserer Seite, wir erreichen eine Hauptstrasse und werden auch sofort von super netten Guayanern im Auto zum nächsten grösseren Ort mitgenommen. Hier mieten wir ein Auto, damit wir das Land ein bisschen besichtigen können. Aber zuerst erfreuen wir uns an Tarte aux Citron und frischem französischen Baguette. Dabei beschäftigen wir uns etwas mit der Geschichte von franz. Guayana.

Im 16. Jahrhundert kamen die ersten französischen Siedler hierher; sie gewannen Farbstoffe aus den Bäumen. Nach vielen erfolglosen Versuchen der Niederländer und Engländer das Land zu gewinnen, wurde es 1667 Frankreich zugesprochen. 1809 wurde es nach der Eroberung durch anglo-portugiesische Truppen kurz an Brasilien übergeben und Ende der Napoleonischen Kriege fiel es wieder an Frankreich zurück. 1983 erhielt das Land innere Selbstverwaltung und die Hauptressourcen des Landes sind Holz und Bodenschätze. Exportiert werden Krabben, Rum, Rosenholzessenz, Harthölzer und Gold. Das Raumfahrtzentrum in Kourou belebt ausserdem die Wirtschaft. Die ca. 120‘000 Einwohner setzten sich aus Kreolen, Indianern, Asiaten und Europäern (die hauptsächlich aus Franzosen bestehen), zusammen. Französisch ist Amtssprache.

 

Eine Einkaufstour im grossen Supermarkt gehörte auch mit zu den Glanzpunkten in Franz. Guayana. Mit euphorischen ah’s und oh’s und schau mal hier und schau mal da, fühlten wir uns wie im Schlaraffenland. Man konnte meinen, wir haben ein halbes Jahr nichts zu essen bekommen. Aber nach der Brasilianischen „Schmalkost“, war hier das Warenangebot nicht mehr zu übertreffen und wir kauften was das Zeug hält. Franz. Brie und Camembert, Dijon Senf und Cornichons, Lamm, geräucherter Lachs, Pasteten und nicht zu vergessen die „Weine“ ohhh- endlich konnten wir mal wieder nach Herzenslust schlemmen. Mit diesem Proviant an Bord trauten wir uns wieder raus auf die Inseln.

 H2 Ilet de Mère

Zuerst wurde Islet de Mére angelaufen. Hier gibt es eine kleine Affenart „Eichhörnchenaffen“, die sind so putzig, am liebsten möchte man sie adoptieren. H10 1, 2, 3, 4

Sie wurden hierher gebracht, um Serum gegen Malaria zu gewinnen. Nachdem das Institut Pasteur wieder geschlossen wurde, leben die Affen in Freiheit auf der Insel.

Nach 2 Tagen segelten wir weiter auf die Iles du Salut. Sie bestehen aus 3 Insel: 1. Ile St. Joseph, 2. Ile Royale und 3. Die Ile du Diable (Teufelsinsel). Hier entstand Mitte des 19. Jahrhunderts die berüchtigten Strafkolonien für politisch Gefangene, darunter auch Alfred Dreyfus. Wir kennen diese Inseln gut durch den Roman und Film „Papillon“. Wandert man durch die Überreste der ehemaligen Gefängnisanlagen, I9-die-Zellen.JPG

 

kann man sich das Leben der ehemaligen Gefangenen bildlich vorstellen und Szenen aus dem Film tauchen auf. Die letzten Insassen verliessen die Inseln erst im Jahr 1953.  

Auch auf diesen Inseln wimmelte es von aller Art Tieren, Makaken, I15 Erwachsene Makaken

Eichhörnchenaffen, grosse Meerschweinchen (so haben wir diese Tiere genannt, da wir den richtigen Namen nie rausgefunden haben) und in allen Farben grosse Papageien (Aras), die laut schreiend durch die Lüfte kreisen. Im Wasser tummelten sich riesige Meeresschildkröten in einer Menge, wie wir sie noch nirgends sonst gesehen haben. Ab und zu tauchte auch eine Flosse mit weisser Spitze auf, die früher von den Gefangenen so gefürchteten Weissspitzenhaie. Ein kleines Paradies mitten im Nirgendwo!

Aber auch ein Paradies muss mal verlassen werden und ein neues Ziel erwartet uns. Surinam, das ehemalige Niederländisch-Guayana liegt an der Nordostküste Südamerikas zwischen Guyana und Französisch-Guayana. Surinam hat ein flaches, sumpfiges Küstengebiet und ist noch immer nicht ganz erforscht. Von den ca. 500‘000 Einwohner sind mehr als die Hälfte Kreolen, dazu kommen Asiaten, Indonesier, Chinesen, Indianer, Europäer und die Nachkommen der im 17. Jahrhundert in das Landesinnere geflohene Sklaven. Niederländisch ist die Amtssprache, Englisch und „Sranan Tongo“ das kreolischen Ursprungs ist, sind weit verbreitet.

Auch hier ankern wir im Fluss, im Surinam-Fluss. Zum Einklarieren und für das benötigte Visum bleiben wir einige Tage vor der Hauptstadt Paramaribo und fahren danach weiter den Fluss rauf nach Domburg. Alle warten auf die Weiterfahrt in die Karibik. Domburg ist ein kleines Nest, bestehend aus wenigen Holzhütten. Zum Sundowner trifft man sich bei „Rita“ eine Chinesische Bretterkneipe,

 x4Ritas Esshaus und Cafe

sieht alte Freunde wieder und „Radio Ponton“ (Yachtiklatsch) läuft wieder auf Hochtouren. Wir geniessen Nasi Goreng, Bami Goreng, Butterfisch, rote Bananen x2rote Bananen

und noch viele andere Surinamesische Leckereien wie z.B. Sate-Spiesse mit Kaiman Fleisch bei 46 Grad und 50% Luftfeuchtigkeit.   

 

So schön wie alles hier ist, sehnen wir uns aber jetzt nach dem türkisfarbenen Wasser der Karibik und hoffen gegen Ende Oktober Richtung Trinidad/Tobago segeln zu können-  wenn das Wetter mitspielt. 

 

P.S. Wer Lust hat, kann auch mal auf den Blog von Claudia und Thierry gehen, da gibt’s auch noch eine Menge super Bilder. Link: www.vanupieds.ch

 

 

 

 

 

 

Geschrieben von nuwam2

Veröffentlicht in #Reiseberichte

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