Até logo Brasil! (Auf Wiedersehen Brasilien)
Veröffentlicht auf 23. August 2010
Jupiiii! nuwam2 macht Luftsprünge, endlich wieder auf hoher See.
Den Juli verbrachten wir mit der „Rasselbande“, unseren Schweizer Freunde Claudia, Marino, Sandro und mein Patenkind Alessio. Wir nahmen sie in Intaparica an Bord und segelten knapp 3 Wochen durch die Inselwelt Bahias. Leider spielte das Wetter nicht immer so mit wie wir wollten, Regenzeit war angesagt, aber in diesem Jahr mit mehr Regen als auch sonst schon und so konnten nicht alle Pläne in die Tat umgesetzt werden. Aber die Mannschaft machten das Beste draus und lies sich durch die häufigen Schauer nicht die Laune verderben. Wir waren stolz auf die Seetauglichkeit der Auwer Crew. Das Essen schmeckte eigentlich immer und auch die Navigation klappte nach kurzer Einführung bestens.
Mit anderen Yachties wurden die Endspiele bei der WM mit verfolgt, was aber nach dem Ausscheiden von Brasiliens Mannschaft nicht mehr so spektakulär war.
Die Zeit verging viel zu schnell und Schwups mussten wir uns auch schon wieder von unseren Freunden trennen, um uns für die Weiterfahrt vorzubereiten. Die Zeit in Brasilien war sehr interessant und schön, aber jetzt freuen wir uns schon sehr auf die nächsten Ziele und Entdeckungen. 2500 Seemeilen liegen vor uns, bis das erste Ziel in der Karibik erreicht ist. Wir haben uns entschlossen, diese Strecke mit zwei anderen Segelyachten zurück zu legen. Claudia und Thierry von Vanupieds und Alex von der Rose. Wir werden jetzt die „glorreichen Fünf“ genannt!
Zuerst geht es 1‘500 Seemeilen die Nordostküste Brasiliens entlang. Unser erstes Ziel erreichten wir nach 3 Tagen und Nächten. Die Insel Ilha de Tatuoca/Suape kurz vor Recife. Da wir in der Nacht ankommen, ankern wir erst einmal im beleuchteten und betonnten Industriehafen,
bevor wir am nächsten Tag hinters Riff verschwinden und eine wunderschöne, ruhige Ankerbucht nur für uns haben.
Wir besuchen die Barockstadt Olinda, eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Brasiliens aus dem Jahr 1535, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Die historische Altstadt mit ihren steil ansteigenden, engen Kopfsteinpflasterstrassen ist wirklich sehenswert. Hier findet auch Olindas Strassenkarneval mit meterhohen Masken,
der zu dem besten und ursprünglichsten Brasilien gehalten wird, statt. Die Busfahrt dorthin wurde ein wenig durch einen kleinen Auffahrunfall aufgelockert. Ein grosser Sattelschlepper fuhr unseren Bus hinten rein und alle Passagiere wurden auf andere Busse verteilt. Trotz strömenden Regen geht das hier alles ohne Dramatik und Hektik ab. Und es sind immer hilfsbereite Brasilianer da, die uns Gringos (so werden alle Ausländer hier genannt) helfend beistehen. Lustig, aber genial finden wir auch noch eine andere Art der schnellen und kostengünstigen Beförderung. Man stellt sich einfach an den Strassenrand in Richtung seines Ziels, nach kürzester Zeit hält ein Privatauto um einen mitzunehmen. Die Anzahl der Passagiere spielt dabei keine Rolle, je mehr desto besser, dass bringt dem Fahrer mehr Geld. Wir haben aber auch schon erlebt, dass man uns umsonst mitgenommen hat- Super, gute Sache, könnte man bei uns auch einführen. Dazu gehört aber auch, dass man keine Berührungsängste hat. Nach ein paar Tagen ging es dann weiter nach Cabedelo, das war nur ein kurzer Törn von einer Nacht und wir konnten am nächsten Tag um 14.00 Uhr, 5 Meilen weit im Fluss vor Jacaré den Anker werfen. Hier wurde uns ein guter Zahnarzt empfohlen und am nächsten Tag ging die Hälfte der Mannschaft zur Zahnhygiene, zu einem bildschönen Argentinier (endlich mal eine Augenweide für uns Frauen). Die kilometerlangen Sandstrände auf der Atlantikseite laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein
und hier kommen jedes Jahr verschiedene Arten von Meeresschildkröten zur Eiablage. Leider sind wir 1 Monat zu spät, um dieses Schauspiel zu beobachten. In wenigen Tagen werden wir nach Natal, ca. 90 Seemeilen von hier, segeln. Dann geht es nochmals ca. 250 Meilen weiter nach Fortalezza, dem letzten Ziel in Brasilien. Damit haben wir den gesamten Nordosten Brasiliens bereist. Hier werden wir uns dann auf die grosse Überquerung von ca. 8 Tagen/Nächten nach Französisch Guyana vorbereiten. Sind wir dort gut angekommen, folgen wieder weitere Berichte rund um nuwam2!
P.S. Am 01. August 2010 war 1. Jahrestag von nuwam2. Selbstverständlich wurde auf unser erstes ereignisreiches, interessantes und in allen Dingen gut verlaufenes Jahr auf hoher See mit einem Gläschen angestossen!
Allen unseren Freunden und Familie, die uns auf unserem neuen Lebensweg bisher mit ihren guten Wünschen, ihren e-mails mit neuen Nachrichten aus der Heimat oder Besuchen immer wieder begleiten, sagen wir DANKE! Das ist immer wieder ein Aufsteller und eine grosse Freude für uns!!!!!!!!!!!