Wieder auf See Februar 2013!
Veröffentlicht auf 31. Januar 2013
Da sind wir wieder. Ja, wir waren eine ganze Zeit abwesend. nuwam2 sollte in Deltaville in der Chesapeake Bay, Virginia für den grossen Sprung in den Pacific vorbereitet werden.
Nicht weit entfernt von Washington DC bot sich auch eine gute Gelegenheit nochmals zurück nach Europa zu fliegen. 6 Wochen hatten wir zur Verfügung um Familie und Freunde zu besuchen und um ausserdem einige wichtige Behördengänge zu erledigen. Rund 6000 Kilometer legten wir mit unserem Mietwagen zurück. Deutschland (Frankfurt, Hamburg, Friedrichstadt, Emmelsbüll, Berlin) - Schweiz (Hausen, Auw, Cham, Grindelwald) – Belgien (Lüttich, Schaltin, Bonrue) waren unsere Ziele und wir möchten uns noch einmal bei allen für den herzlichen Empfang, der uns jedes Mal bereitet wurde, bedanken. Auch die Behörden stellten sich für einmal nicht quer und alles klappte wie am Schnürchen. Neue Pässe wurden rechtzeitig ausgestellt und in Hamburg erhielten wir sofort ein neues Flaggenzertifikat und so segeln wir von nun an unter „Deutscher Flagge“ mit Heimathafen Road Harbor.
Zurück in Deltaville Boardyard und das Grauen begann. Das dort die erschöpfende „Abzocke“ herrschte und nichts, aber auch Garnichts geplant und organisiert werden konnte, haben wir ja schon vorher gemerkt. Was sich aber jetzt abspielte war das komplette Chaos. Die Motoren und die Saildrives sollten gewartet werden und Chuck, unser „Service Writer“, hatte den genialen Einfall, dass wir doch am besten unsere kompletten Saildrives ersetzten sollten, statt nur ein paar Ersatzteile auszutauschen. Nach 3 Jahren kam uns das ein bisschen Suspekt vor, ausserdem waren uns ehrlich gesagt auch die Kosten nach dieser kurzen Zeit etwas zu hoch. Damit beleidigten wir anscheinend seine kompetenten Befähigungen. Von nun an, waren alle Mechaniker immer beschäftigt und nur nach mehrmaligen Aussprachen mit dem Boss der Boartsyard „Keith“ stand dann doch Arbeitszeit für uns zur Verfügung. Das schleppte sich aber über Wochen hin und Hurrikan Sandy war eine willkommene Ausrede, die Ersatzteil Beschaffung immer wieder zu verzögern. Das kostete Nerven, denn auch das Wetter wurde nicht besser und die Kälte setzte ein. Wir konnten gerade noch Rechtzeitig einen kleinen Gasofen für unser Boot kaufen, bevor alle Heizöfchen in Deltaville und Umgebung ausverkauft waren. Damit erreichten wir dann wenigstens Temperaturen von ca. 16° im Boot und konnten uns manches Eiskratzen ersparen. Aber jedes Grauen hat einmal ein Ende und am 14. November 2012 konnten wir endlich die ungastliche Boadsyard verlassen. Zum Abschluss sei noch über die Boardsyard zu sagen, nicht nur uns ging es so, auch allen Anderen mit denen wir gesprochen haben, waren mehr als unzufrieden!
Auf dem ICW ging es diesmal in Richtung Süden, denn unsere Freunde Ralph und Moni haben sich für den 22. Dezember 2012 zu Besuch angesagt. Pünktlich trafen wir in Palm Beach ein und konnten die Beiden in Miami am Flughafen abholen.
Gute Winde waren angesagt und so legten wir nach einem umfangreichen Einkauf am 24. Dezember 2012 in Richtung Bahamas ab.
Heiligabend verbrachten wir bei der Durchfahrt des Golf Stroms in Richtung Bahamas mit einem kulinarischen Highlight „Tortellini mit fertiger Tomatensosse aus dem Glas“. Die Nacht verging wie im Flug und unsere Gäste waren absolut Seetauglich. Am 25.12.2012 kamen wir um 16.00 Uhr auf Green Turtle an und wurden mit blauem Wasser und milden Temperaturen belohnt. Kleine Knotenkunde und ab und zu ein Glässchen Prosecco beim Sonnenuntergang durften natürlich auch nicht fehlen.
In Hope Town trafen wir unsere Freunde Claudia und Thierry von der S/Y Vanupieds wieder und feierten zusammen Silvester.
2013 wurde mit einem „Junkanoo Spektakel“ begrüsst. Junkanoo ist eine Musik- und Tanzform aus der Sklavenzeit und bis heute ist eigentlich ungeklärt was es genau bedeutet. Wird dafür aber umso ausgiebiger auf den Bahamas an Silvester und an verschiedenen anderen Daten gefeiert.
Das gute Wetter blieb uns weiterhin treu und so stand dem Inselhüpfen auf den Abacos nichts im Weg. Planmässig liefen wir Nassau an, wo die schöne Zeit mit Moni und Ralph leider am 12.01.2013 zu Ende ging. Beide haben sich ans Bootsleben unkompliziert angepasst und waren beim Wasserverbrauch so bescheiden, dass die Tanks hinterher voller waren als bei der Abfahrt. Ich persönlich vermisse ausserordentlich Moni‘s tägliche Aufräumaktionen, die ich leider jetzt wieder alleine (na ja nicht ganz, auch mit Unterstützung von Robert) vornehmen muss. Solche Gäste wünscht man sich immer wieder zurück aufs Boot!
Zwei Tage blieben zur Verfügung und schon nahte der nächste Besuch. Danille, Roberts Schwester, hatte sich für 2 Wochen angemeldet. Am 15. Januar 2013 sollte sie nachmittags in Nassau eintreffen. Wegen Schneefalls in Belgien hatte der Flug schon von Anfang an ½ Stunde Verspätung. Aber Übel wurde es erst ab der Zwischenlandung in London. Nachdem die Passagiere 3 Stunden im Flugzeug sassen, durften sie wieder aussteigen und flogen dann mit einer Verspätung von 7 Stunden mit einem anderen Flugzeug Richtung Miami. Technische Probleme waren die Ursache und damit waren selbstverständlich alle Anschlussflüge hinfällig. Ab Miami hatte Danielle keinen Handyempfang mehr und so konnte sie uns auch nicht mitteilen, wann sie denn nun in Nassau ankommt. Robert wartete geduldig am 15.01. bis zur letzten Maschine auf dem Flughafen und fuhr auch sofort zur Ankunft der ersten Maschine am 16.01. morgens wieder hin. Nachmittags um 14.00 Uhr nahm er sie endlich in Empfang und der Segeltörn in die Exumas konnte beginnen. Wieder wurden wir von der Wetterfee verwöhnt und strahlend blauer Himmel, türkisfarbenes Wasser und milde Winde aus der richtigen Richtung waren unsere Begleiter. Ab und zu gab es auch mal ein reichhaltiges Langusten Menue, so dass auch der kulinarische Genuss nicht zu kurz kam. Wieder zurück in Nassau war auch diesmal ein Besuch des Hotels Atlantis nicht zu vermeiden. Und „Queen Danielle“ bestieg den legendären Thron für die Fotosession.
Am 31.01.2013 war Abflugtermin. Wir erwarteten den Mechaniker für die Saildrives, da die Cone Drives ausgewechselt werden mussten. Schon nach 5 Minuten an Bord, haben sie festgestellt wo unser kleines Ölleck ist, dass keiner von der Boardsyard in Deltaville herausgefunden hat. Mit diesemn Mechanikern hatten wir von Anfang an ein gutes Gefühl und wir wurden auch nicht enttäuscht. Professionell und schnell wurde die Arbeit erledigt.
Thank you Albert and Team, we will recommend you to our sailerscommunity. Alberts Marine Service, Nassau
Im Moment sind wir in Black Point und segeln weiter Richtung Süden mit nächstem grossen Ziel Jamaika.